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Eine Runde urdeutsches Hau den Sündenbock

Da steigt ein Sexualverbrecher aufs Dach und schon redet Deutschland drüber. Stammtischhaftes "Erschießen", "Springen lassen, wäre billiger" etc. kann man vom Mob (wer ist das eigentlich alles?) hören. Dazu bleibt mal wieder wenig zu sagen, außer das man sich entweder an die Gesetze hält oder nicht. Tut man es nicht kann man ja Kinder vergewaltigen, tut man es aber doch, muss man die Pflicht der Behörden auf jedes Leben auzupassne achten.

 

Das eigentlich so interessante ist ja, dass die Deutschepolitikkultur mal wieder zu sehen ist.
Ein Häftling kommt auf ein Dach, von dem er weder fliehen, noch jemanden Bedrohen kann. Schon sagt Guido von der FDP "Skandal" "personelle Konsequenzen", die Medien springen im Dreieck und der oben genannte Mob findet die Geschichte mit großem Bild und Horrorüberschrift auf Seite 1 der Zeitung (oder Zeile 1 des Videotextes) und denkt sich was für eine Sauerei. Warum denn? Wo ist das Problem? Was ist passiert? Im gleichen Moment sterben Kinder an mit Schwermetall aus europäischen Industrieabfällen verseuchtem Trinkwasser.

Und was sollen die Sicherheitskräfte tun? Eine kleine Unachtsamkeit und der Typ steht auf em Dach. Wer hat heute noch nichts falsch gemacht?

Es ist das Vergnügen sich aufzuregen. Ich rege mich über Fehler auf und zeige damit, dass ich selber viel höher stehe; Mir das nicht passiert wäre. (Das gleiche mache ich als Verfasser des Textes aber auch, wenn ich z.B von einem Mob rede)

Wie wäre besonnenes Denken, Konzentration auf wichtige Dinge, Medienmanipulationsresistenz (meine heutige Lieblingskonstruktion, da sie einfach trifft) und ein eigenes Meinungsbild. Populistsches satirisches Reden, theatralisches Aufregen ist zwar witzig und unterhaltend, man sollte aber trennen: Über was rede ich des redens Willen und was fordert ernsthaftigkeit.

Denn ein wirklich ernstes Probelm ist der unterbewußte Rechtsradikalismus.

9.11.06 19:00
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


stallinger / Website (9.11.06 23:51)
"Es ist das Vergnügen sich aufzuregen. Ich rege mich über Fehler auf und zeige damit, dass ich selber viel höher stehe; Mir das nicht passiert wäre. (Das gleiche mache ich als Verfasser des Textes aber auch, wenn ich z.B von einem Mob rede)"

Sehr gutes Argument. Sich über die Aufreger aufregen oder sogar lustig machen kann ja auch als Therapieform gegen die alltägliche Verdummung und Beeinflussung wirken.

Ich persönlich unterscheide ebenfalls was ich wirklich denke und was ich der Leserschaft zur Verfügung stelle.

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